Mahnblumen-Penzberg

NIEMALS WIEDER!
300 „Mahnblumen“ für Penzberg zum 75. Gedenkjahr der Mordnacht

​17.10. bis 6.12.2020  

 

300 „Mahnblumen“ für die Stadt Penzberg: Zum 75. Gedenkjahr der Penzberger Mordnacht werden die roten Blüten des Künstlers Walter Kuhn an den Orten des Gedenkens an die Opfer des NS-Regimes erinnern. Unter dem Motto „Niemals wieder!“ stehen die Friedenszeichen von 17. Oktober bis 6. Dezember am Stadtplatz, am Platz „An der Freiheit“, auf dem Friedhof sowie am Museum als Kunst im öffentlichen Raum. Im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk werden die Hintergründe zur Mordnacht im dauerhaften Themenraum aufgezeigt, ergänzt von einer Installation rund um die Mahnblumen. In der Ausstellung werden darüber hinaus Werke von Otto Dix, Walter Kuhn sowie den Gewinnern des Fotowettbewerbs zu „Niemals wieder!“ zu sehen sein.

Das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk widmet sich diesem Thema dauerhaft. Die „Mahnblumen“ sollen als temporärere Installation das Gedenken vertiefen.

Der Aktionskünstler Walter Kuhn hatte im Herbst 2018 auf dem Münchner Königsplatz ein Meer mit 3000 Mohnblumen als Mahnmal für den Frieden errichtet, das zur absoluten Attraktion wurde. Das Kunst- und Friedensprojekt geht seitdem regional und international weiter. Für Penzberg entwickelte der Künstler ein eigenes Konzept: Es ist ihm ein wichtiges Anliegen, die Ermordung von 16 Männern und Frauen in Penzberg durch NS-Anhänger am 28. April 1945 – wenige Tage vor Kriegsende – in Erinnerung zu bringen. Die Widerständler gegen das NS-Regime wurden am Platz „An der Freiheit“ erschossen. In jener Nacht erhängten die „Werwölfe Oberbayern“ außerdem zur Abschreckung sogenannte „politisch unzuverlässige“ Penzberger in der Bahnhof-, Karl- und Gustavstraße. Das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk widmet sich diesem Thema dauerhaft. Die „Mahnblumen“ sollen als temporärere Installation das Gedenken vertiefen.

Seine Bilderserie der „Gueules Cassées“, der kriegsversehrten Gesichter, hat Walter Kuhn inzwischen explizit für Penzberg erweitert. Er bezieht sich dafür auf Otto Dix‘ Grafiken „Der Krieg“ (1924), wovon eine Auswahl hochkarätiger Leihgaben aus dem Buchheim Museum Bernried gezeigt werden kann. Ergänzt wird die Schau von Videos sowie von Arbeiten der Preisträger*innen des zur Ausstellung ausgelobten Fotowettbewerb.

Wegen der Pandemie-Maßnahmen musste die Aktion von April auf den Herbst 2020 verlegt werden. Das Projekt kann nun sieben Wochen lang den entsprechenden Raum im Museum und in der Stadt bekommen und die Totengedenktage mit einbeziehen. Zudem wird an die Verbrechen während der Novemberpogrome (7. bis 13. November) und die sogenannte „Reichskristallnacht“ erinnert, während derer das NS-Regime massive Ausschreitungen gegenüber Juden veranlasste. Darüber hinaus gilt der 11. November als Ende des Ersten Weltkrieges. Zu diesem Anlass hatte Walter Kuhn vor zwei Jahren den Münchner Königsplatz bespielt.

Mit der Kunst im öffentlichen Raum kann sich Penzberg an eine Form des kulturellen Gedenkens jenseits aller Museumsmauern anschließen und die Friedensbotschaft über die lokalen Grenzen hinaus weiterverbreiten. Eine aktive, ideelle sowie finanzielle Einbindung der Bürger*innen durch Übernahme von Blumen-Patenschaften ist weiterhin möglich. Unmittelbar nach Beendigung der Aktion gehen die Blumen in den Besitz ihrer Paten über und können am Museum abgeholt werden.

Außerhalb des Museums werden die etwa hüfthohen „Mahnblumen“ aus leuchtendroter Kunstseide mit einem Blütendurchmesser von 70 Zentimetern ein auffälliges temporäres und vielleicht auch dauerhaftes Mahnmal sein: Sie werden als Zeichen des Friedens nicht nur im öffentlichen Raum genutzt, sondern gerne auch in Vorgärten oder in den öffentlichen Raum gestellt, aber auch  bei Kundgebungen und Demonstra-tionen für den Weltfrieden mitgetragen. So auch am 2. Dezember 2019, als Bundespräsident Walter Steinmeier die Moschee in Penzberg besuchte. Die Pegida-Anhänger hatten zu einer Demonstration aufge-rufen. Hierzu bezogen Penzberger Bürgerinnen und Bürger mit rund 60 „Mahnblumen“ Stellung.

Ein Fotowettbewerb und ein Begleitprogramm (sh. unten) ergänzen das Projekt.

Kuratiert wird das Projekt von Ingrid Gardill und Museumsleiterin Freia Oliv.

BR-Abendschau 16.10.2020:

https://www.br.de/mediathek/video/ausstellung-mahnblumen-fuer-penzberg-av:5f89a9b3ad93d7001cbc3cf7

 

Besuch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Penzberg am 2. Dezember 2019

Die Übernahme einer „Mahnblumen“-Patenschaft ist denkbar einfach:

Pro „Mahnblume“ werden 30 Euro überwiesen an: Stadt Penzberg, IBAN DE89 7035 1030 0000 3000 20,

Verwendungszweck: Mahnblume, Name des Überweisenden (Mahnblume, Max Mustermann).

Alle Paten erscheinen namentlich auf der Homepage www.mahnblumen-penzberg.de. Wer das nicht möchte, schickt eine Mail an: patenschaft@mahnblumen-penzberg.de. Die „Mahnblumen“ werden für das Kunstprojekt in der Zeit von 17.Oktober - 06. Dezember 2020 verwendet. Unmittelbar nach Beendigung der Aktion gehen die Blumen in den Besitz ihrer Paten über. Sie können am 07. und 08. Dezember zwischen 17 und 19 Uhr am Museum abgeholt werden.

Freier Eintritt für Schüler*innen und Jugendliche

Um allen Schüler*innen sowie allen Jugendlichen bis 18 Jahre einen Zugang zum Friedensthema und zur Aufarbeitung der Geschichte zu ermöglichen, ist für sie während der Laufzeit des Kunstprojektes der Eintritt in die Ausstellungsräume zu den „Mahnblumen“ und zur Penzberger Mordnacht frei!

Kleine "Mahnblumen" sind im Museum Penzberg-Sammlung Campendonk erhältlich.

Die kleinen Geschwister der großen "Mahnblumen" können für 8,50 Euro im Museumsshop

erworben werden. Mit  einer Höhe von 28 Zentimetern sind sie ein dekoratives

Friedenszeichen und können aus als Vorbote für eine Patenschaft verschenkt werden.

Publikation "Never forget - Never again"

Walter Kuhn: Never forget - Never again (Allitera Verlag, 29,90 Euro):

Die 180-seitige Dokumentation zum grenzübergreifenden "Mahnblumen"-Projekt ist

Museumshop erhältlich.

Bitte beachten: Die Corona-Pandemie erfordert flexibles Handeln, Termine und Veranstaltungen sowie die Konditionen im Museum können sich schnell ändern. Aktualisierte Informationen werden auf den Homepages und in unseren sozialen Medien veröffentlicht.

Weitere Informationen und Begleitprogramm

Zum Kunstprojekt gehört eine eigene Homepage: www.mahnblumen-penzberg.de 

Aktuelles steht auch auf der Museums-Homepage: www.museum-penzberg.de 

Weitere Infos zu „Mahnblumen“-Projekten Walter Kuhns: www.niemalswieder.com

Informationen zu „75 Jahre Penzberger Mordnacht“: www.penzberg.de 

 

Begleitprogramm „Mahnblumen“

Samstag | 17. Oktober 2020 | ganztags

Eröffnungstag der Kunstaktion mit freiem Eintritt ins Museum

Mit dem Künstler Walter Kuhn, den Kuratorinnen Ingrid Gardill und Freia Oliv (Museumsleiterin) sowie Musik von Thomas Bouterwek (Sax) von 11-15 Uhr

Sonntag | 25. Oktober 2020 | 14-16 Uhr

Samstag | 07. November 2020 | 14-16 Uhr

Samstag | 14. November 2020 | 14-16 Uhr

Kunstauskunft im Museum

Mit dem Künstler Walter Kuhn bzw. den Kuratorinnen

 

Samstag | 21. November 2020 | 18 Uhr

Performance mit Andreas Kloker: „An der Freiheit. Elementar-Zeichnung“

Museum Andreas Kloker war mit seinem Werk schon in der Ausstellung „ZEN, ZERO & Co – abstrakt seit 1949“ im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk zu Gast. Seine Performance, bei der das Werk „Lebenszeit“ entstand, sorgte für atemlose Aufmerksamkeit. Nun kommt er für einen Abend mit der Performance „An der Freiheit. Elementar-Zeichnung“ zurück. Er selbst sagt dazu: „Die ‚NACHT eine Elementar-Zeichnung‘ handelt von dem VERGEHEN und vom Vergehen, jedoch nicht vom Vergessen. Auf einer schwarzen Tafel entstehen mit Wasser Bilder, die durch Luft und Wärme sich verändern und vergehen. Zeit entsteht und Stille.“ Ähnliche Veranstaltungen gestaltete Kloker schon an anderen Orten des Gedenkens und der NS-Verbrechen. Die Aktion befasst sich mit dem Schicksal der Opfer, sie umfasst aber auch Gedanken über die Existenz an sich. Kloker, der Plastiker und Kalligraph, lebt und arbeitet in Schondorf am Ammersee.

Durchgehende Öffnungszeit des Museums ab 10 Uhr bis zur Abendveranstaltung: Dadurch wird den Besuchern ermöglicht, vor der Performance das Museum zu erkunden. Der Eintritt ins Museum berechtigt zum Zugang zur Performance (Tagesticket: 7 € / ermäßigt 6 €)

Freitag | 27. November 2020 | 19.30 Uhr (Einlass und Abendkasse ab 18.30 Uhr)

Live-Hörspiel mit Thomas Darchinger: „Das andere Leben“ | Große Stadthalle Penzberg Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. 5 € Eintritt für Erwachsene an der Abendkasse. Mit Unterstützung von Iris Mühle. In Kooperation mit der Petra Kelly Stiftung. (Gesonderte Ankündigung folgt)

Montag + Dienstag | 07. + 08. Dezember 2020 | 17-19 Uhr

Ausgabe der „Mahnblumen“ an ihre Paten

Am Museum Penzberg – Sammlung Campendonk

Der Fotowettbewerb „Niemals wieder!“

25 Teilnehmende – 5 Preise

 

Im Vorfeld der Ausstellung zum 75. Gedenkjahr der Penzberger Mordnacht lobte das Museum Penzberg - Sammlung Campendonk einen öffentlichen Fotowettbewerb zum Thema aus. Gesucht wurden Motive zum Gedenkjahr: Das konnten besondere Aufnahmen rund um die Erinnerung an die Mordnacht-Opfer oder zu den Gedenkorten in und um Penzberg sein, aber auch symbolische bzw. bildhafte Statements gegen Krieg, Rassismus und Antisemitismus. Oder positiv gewendet: Friedensbotschaften. Die 25 Teilnehmenden sandten so überzeugende Arbeiten ein, dass die Jury zunächst die drei Preistragenden auswählte, zudem aber auch noch zwei Fotografen mit biografischen Bezügen zur Mordnacht mit einer Sonderauszeichnung ehrte. Diese fünf Arbeiten werden nun in der Ausstellung von 17.10. – 06.12.2020 prominent zu sehen sein:

 

1. Preis: Fritz Schiel, „We Need Peace“

2. Preis: Marie Beyerle, „Stummer Schrei“

3. Preis: Thomas Bischoff, „Mahnwiese“

 

1. Sonderpreis: Hans März, „Ludwig März 1897 – 1945.Zerstörtes Bild – Zerstörtes Leben. Leben und Tod in

    einem Bild.“

2. Sonderpreis: Ludwig Brettner, „Wie oft noch“

 

Fotos der Werke sehen Sie unten im Anschluss an die Veröffentlichung der Mahnblumenparten.

Die Stadt Penzberg stellt sich damit gegen Rassismus und unterstützt die Kampagne

​​​​​​​​

Das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk

Dauerausstellung beinhaltet immer einen Informationsraum zur Penzberger Mordnacht

Die Stadtgeschichte spielt immer eine Rolle im denkmalgeschützten Altbau des Museums und seinem innovativen Zwillingsbau aus dem Jahr 2016 – nicht zuletzt mit der original möblierten Bergarbeiterwohnung von 1920 sowie dem Gedenk- und Informationsraum zur „Penzberger Mordnacht“ vom 28.4.1945.

Neben Sonderausstellungen wird Heinrich Campendonk (1889-1957) ebenso stets in Penzberg präsent sein:

Das Museum verfügt weltweit über die größte Sammlung des Jüngsten im Umfeld des Blauen Reiters. Mit 21 Jahren kam Campendonk 1911 auf Einladung von Franz Marc und Wassily Kandinsky aus dem Rheinland nach Oberbayern. Auf der Suche nach eigenen Motiven beeindruckte ihn die Bergwerksstadt Penzberg mit ihren besonderen Koloniehäusern und Bergwerksanlagen. Werke aus allen Schaffensphasen und in vielen Arbeitstechniken stehen dem Museum zur Verfügung. Permanent sind Ölgemälde und Hinterglasbilder ausgestellt.

Wir danken unseren Dauerleihgebern und unseren dauerhaften Unterstützern Roche und Freundeskreis Heinrich Campendonk e.V. Wir danken Iris Mühle und der Petra Kelly Stiftung für die Ausstellungsunterstützung.

Info und Öffnungszeiten

Museum Penzberg — Sammlung Campendonk

Am Museum 1 (ehemalige Karlstraße 61)

82377 Penzberg

T. +49 (0)8856 813-480

Mail: museum@penzberg.de

Internet: www.museum-penzberg.de

Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10 - 17 Uhr

Öffentliche Führungen: So 11 Uhr

Alle weiteren Vermittlungsangebote sowie Informationen zu Sonderveranstaltungen und Führungen

auf der Homepage www.museum-penzberg.de.

Kontakt für Presse & weitere Informationen

Stadt Penzberg - Museen Penzberg

Freia Oliv (Leitung)
T. +49 (0)8856 813-521
freia.oliv@penzberg.de

Tanja Schmidt (Teamassistentin)
T. +49 (0)8856 813-523

tanja.schmidt@penzberg.de

Fotos

Hintergrundfoto: Nikolai Klassen

Frank-Walter Steinmeier: Elke Zehetner

Demonstration: Walter Kuhn

Video

Eva Guerin

Projektassistenz und Homepage-Gestaltung

Sabine Kirstein

Mohnblumen Königsplatz - Drohnenflug

Drohnenflug über den Münchner Königsplatz während der Installationszeit der Kunst- und Friedensinstallation

NEVER AGAIN" im Herbst 2018

 

Wir bedanken uns bei folgenden Patinnen und Paten für ihre freundliche Unterstützung:

Ahlener Verein f. Städtepartnerschaft e.V., 3

Aigner Matthias, 1

Anonym, 2

Appel-Greim Katharina,  SPD, 1

Atze Anna und Johannes, 2

Bartusch Regina, Lothar und Julian, 3

Dr. Bauer Melanie, 1

Bauer Zenzi, 1

Bayram Yerli, SPD Ortsverein, 2

Beckmann Christina, 1

Benz Kurt Hans, Seeresidenz, 1

Bergel Brigitte und Günter, 1

Bischoff Manfred und Wiltrud Bertfriede, 1

Blum Gerhard und Jutta, 1

Brandl Marianne, Sonja und Andrea, 3

Brock Ruth, 2

Buchczyk Monika, 1

DGB Ortsverein (Preuss), 1

Dietzler-Isenberg Edith, 1

DKP-Südbayern, 1

Dreher-Kausch Dorothe, 1

Dreyer Ignaz, 1

Dullinger Angelica, 1

Eberl Jack ,1

Eckl Franz und Gudrun, 1

Eigenheimer- und Siedlervereinigung Penzberg e.V., 3

Eilert John-Christian, 1

Eisele Elisabeth, 1

Empl Benedikta und Bernhard, 1

Engel Kerstin, 1

Ennulat Maria und Uwe Heinz, 2

Erber-Kähler Katia, 1

Eberl Agnes und Josef, 2

Fey Holger, 1

Freundeskreis Heinrich Campendonk e.V., 1

Frieser Hans Georg, 1

Gabelsberger Helga und Josef, 5

Glabach Ulrich, 1

Glück Barbara, 1

Godt Dietmute, 2

Goetze Martin 1

Greiner Hannelore, 1

Gröbel Angelika, 1

Gronau Brigitte und Emanuel, 1

Grundherr Ulrike, 1

Guerlich Ernst, 1

Gymnasium Penzberg, 5

Haas Sigrid, 1

Dr. Hagmann Marie-Luise, 2

Hahn Hans, 1

Handelskontor Bodenburg, 5

Haußner Eva, 1

Henn Ursula, 1

Hapke Hans (Ahlen Verein Städtepartnerschaft), 1

Herdrich Brigitte und Paul, 1

Herrmann Uwe, 1

Hirschbold Andreas und Franzis, 1

Hofmann Verena, 1

Holtschmidt Walter, 1

Holz, Bernhard, 1 (Pfarrer der Kath. Kirchengemeinde Penzberg)

Islamische Gemeinde Penzberg e.V., 1

Jakob Marion und Wolfgang, 1

Jorberg Tanja, 1

Kappendobler Gabriele und Claudia, 1

Karnbaum Ursula, 1

Karrenberg Rosa, 2

Kaschta Johanna, Emilia und Maren, 3

Kasper Gotlind, 1

Keller Ingrid und Joachim, 1

Kerner Sabine, 1

KinoP, Markus und Claudia Wenzl, 2

Kirner Margarethe, 1

Kirstein Sabine, 1

Kleer Anja und Schuster Martin, 1

Kleinen Markus, Josefine und Samuel, 3

Knetsch Hans, 1

Knigge Paula und Werner, 2

Knobloch Charlotte (Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern), 1

Koeppl Simone, 1

Kostka und Haynold, 2

Kürzinger Birgit und Konrad, 1

Länge Ricarda, 2

Lang Hans, 1

​Lang Hans, 1

Lechner Karin, 1

Lichtenstern Theresa, 1

Mack Heike und Martin, 1

May Christine, 1

Mechold Helga, 1

Meindl Susanne und Martin, 1

Meyn Thomas, 2

Molt Peter, Bad Honnef, 1

Molt Walter, Immenstadt, 1

Mummert Hans, 1

Muniak  Adam und Nicole, 1

Oliv Freia, Jeanette, Marga, Jutta und Fritz, 5

Peix Marlen, 1

Ploog Peter, Bär Susanne und Yannick, 3

Purzmurzel (Drasdo Hans-Jürgen), 1

Raisch Heidemarie und Dieter, 1

Reitinger Renate, 1

Resch Barbara, 1

Richthammer Thomas, 1

Scharbert Michael und Tanja, 1

​Schenk Justine und Arthur, 1

Schmidbaur Sabine, 1

Schmidt Tanja und Christian, 1

Scholz Bärbel, 1

Schweizer Berndt, 1

Seelhof Nicole, Daniel, Amelie und Annika, 1

Senninger Wolfgang, 1

SPD Stadtratsfraktion, 1

Stegbauer Margit, 1

Steinkamp Alois,1

Sternkopf Sylvia und Roman, 1

Stöcker Helga und Hartmut, 1

Stuffer Sabine, 1

Stuffer Lisa und Fritz und Heidingsfelder Lena, 3

Theimer Barbara, 4

Trapp-Teriet Thomas, 1

Uhl Monika und Curth Christian, Johannes und Marlene, 4

Veitinger Veronika, 1

Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, Bund der Antifaschist*innen Penzberg, Vierke Joachim, 1

Vogel Regina, 1

Volk Christian und Nees-Volk Gertrud, 1

Volpert Evi, 1

WeinGut Penzberg (Daser Angelika), 3

​Wessner Axel, 1

Wiedner Melanie, 1

Drs. Wieser R. und G., 1

Willenbrink Herma, 1

Wippermann Katja und Carsten, 1

Witthacke Manuala, 2

Wörz Andrea, 1

Zelisko Gabriele, 1

Zimmerei Lenk, 1

Zölzer Heidrun, 1​​​​

Die Preisträger des Fotowettbewerbs:

Die Jurymitglieder –  der Künstler Walter Kuhn, der Fotograf und ehemalige Studiendirektor Rainer Lampadius (Kunstzeche Penzberg), die Kuratorin Ingrid Gardill sowie die Kuratorin und Museumsleiterin Freia Oliv – waren angetan von der Vielfalt der Einsendungen: Bis kurz vor Mitternacht des letzten Einsendetages gingen noch Bewerbungen von Laien und Profis, Penzberger*innen und überregionalen Bewerber*innen ein. In mehreren Runden wählte die Jury die anonymisierten Beiträge aus. Einsendungen, die nicht prämiert wurden, werden in der Ausstellung in kleinem Format in regelmäßigem Wechsel präsentiert – ebenso werden sie hier auf der Projekthomepage nach und nach veröffentlicht.

1. Preis Fritz Schiel (München):

„We Need Peace“

Dieses Bild überzeugte alle Beteiligten vollkommen. Es entstammt der klassischen Reportage-Fotografie. „Fotografieren bedeutet, den Kopf, das Auge und das Herz auf dieselbe Visierlinie zu bringen“, definierte einst Henri Cartier-Bresson (1908-2004) die Leitlinien für die Fotografie, bei der alles auf den „entscheidenden Augenblick“ abzielt. Genau diesen perfekten Moment hat Fritz Schiel festgehalten: Die Komposition ist ausgewogen, wirkt dabei aber unverfälscht und spontan. Der frontale, direkte Blick der Hauptperson zum Betrachter und das einfach gestaltete Transparent sprechen unmittelbar an. Das Statement „We Need Peace“ („Wir brauchen Frieden“) ist prägnant, die Szene absolut aktuell – die Personen tragen bereits einen Mund-Nasen-Schutz. Die im Hintergrund angedeuteten Propyläen lassen auf den Königsplatz schließen. Im Herbst 2018 hatte hier Walter Kuhn 3000 Mohnblumen als Friedenssymbole aufgestellt. Somit spannt sich in der Arbeit der Bogen von den Münchner zu den Penzberger Mahnblumen.

 

2. Preis: Marie Beyerle (Penzberg): „Stummer Schrei“

 

Die Fotografie ist in ihrer Drastik kaum zu überbieten. Entsetzen wird hier greifbar und zugleich symbolisch eingebunden: Die Frau unter Wasser, deren Schrei nicht bis zur Oberfläche durchdringt und deren Not nicht wahrgenommen oder gehört wird, kann auch als Ausdruck der Erschütterung über die NS-Morde (nicht nur) in Penzberg interpretiert werden. Über derartige Verbrechen konnte oder durfte man sich damals nicht äußern, ohne sich in Gefahr zu begeben. Die traumatischen Erfahrungen, oft bis heute mehr oder minder unterschwellig vorhanden, schwingen in dem Bild mit. Die Inszenierung der Szene sowie die ästhetische Abstrahierung der Thematik ist ausgesprochen gelungen, fototechnisch ist die Schwarz-Weiß-Aufnahme hervorragend.

3. Preis: Thomas Bischoff (Penzberg): „Mahnwiese“

Das Bild ist eine stimmungsvolle Umsetzung des Themas mit Bezügen sowohl zum Ausstellungsprojekt als auch zu Penzberg. Die drei eingeblendeten Worte Mahnung, Gedenken und Frieden, gut ausgearbeitet in ihrer farblich-inhaltlichen Entsprechung, wurden mit den jeweiligen Symbolen kombiniert: mit dem Penzberger Mahnmal von Nikolaus Röslmair aus dem Jahr 1948, mit dem dezent angedeuteten Schattenkreuz, das die Form der Friedhofskreuze für die Mordnachtopfer aufnimmt, und mit der roten Mohnwiese. Dabei verlegt der Fotograf das vom Kreuz hinterfangene Mahnmal ins Bildzentrum vor die leuchtenden Blüten. Die Symbolik ist eindeutig und überzeugend gestaltet.

1. Sonderpreis: Hans März (Penzberg):

„Ludwig März 1897-1945. Zerstörtes Bild – Zerstörtes Leben. Leben und Tod in einem Bild.“

Angesprochen hat diese Arbeit durch die künstlerische Umsetzung mit höchst einfachen, doch überzeugenden Mitteln – Aquarellfarben auf Fotografie – und durch die Geschichte hinter diesem Bild. Der Gezeigte, Ludwig März, ist eines von 16 Penzberger Mordopfern. Der Wettbewerbsteilnehmer beschreibt als Kommentar zu seiner Einreichung seine Beweggründe und den Kontext kurz und treffend, stellvertretend für ähnliche Situationen, die viel durchleben mussten: „Mein Name ist Hans März. Ludwig März war der Bruder meines Großvaters. Als fünfjähriges Kleinkind erlebte ich das Drama mit, als die Verwandten in der Stube saßen und einer sagte: ,Unser Ludwig ist tot.‘ Verstehen konnte ich das nicht so richtig.“

2. Sonderpreis: Ludwig Brettner (Penzberg): „Wie oft noch“

Die Fotografie zeigt den oberen Teil eines in die Jahre gekommenen Kruzifixes in Nahsicht. Starke Kontraste, kräftiger Schattenwurf und die leicht schräge Position bringen Spannung ins Bild. Der um das Kreuz gelegte Strick als Symbol für die Mordopfer ist ein leises, doch erschütterndes Motiv. Der Fotograf schreibt selbst dazu: „Das abgebildete Kruzifix gehörte Sebastian Tauschinger, einem Überlebenden der Penzberger Mordnacht, der es meinem (verwandten) Vater kurz vor seinem Tod schenkte“.

Einsendungen der Fotowettbewerb-TeilnehmerInnen, die nicht prämiert wurden, werden in der Ausstellung in kleinem Format in regelmäßigem Wechsel präsentiert und nach und nach veröffentlicht.

Derzeit in der Ausstellung zu sehen:

 

"Better Together"

Chiara Nießner & Thea Sternkopf,

Penzberg

 

"Friedensblume"

Dr. Roland Höpker

 

"Mordnacht Gedenken"

Christof Blumberger